Das ESF-Förderprogramm

 

Ausgangsituation

Bedingt durch die konjunkturelle und demografische Entwicklung ist die Arbeits- und Langzeitarbeitslosigkeit in Deutschland und Sachsen in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Allerdings haben vom Rückgang der Arbeitslosigkeit eher arbeitsmarktnahe Personengruppen profitiert. Zwar ist auch die Zahl der Langzeitarbeitslosen gesunken, der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen liegt in Sachsen aber noch deutlich über dem bundesdeutschen und europäischen Durchschnitt. Insgesamt ist eine fortschreitende Verfestigung der Langzeitarbeitslosigkeit und Konzentration auf Personen mit multiplen Vermittlungshemmnissen festzustellen. Vor diesem Hintergrund bilden die Qualifizierung von Arbeitslosen und Benachteiligten sowie die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit und Arbeitsmarktintegration von Langzeitarbeitslosen wichtige Handlungsfelder in der ESF-Förderperiode 2014-2020.

Leitsätze der Förderung

Der gesteuerte Zugang in die Programme erfolgt über die Agenturen für Arbeit und Jobcenter.

Jede/r Teilnehmer/-in absolviert zunächst eine umfassende Eignungsfeststellung (Profiling), soweit möglich unter Berücksichtigung vorhandener Vorinformationen. Die Wahl eines geeigneten Qualifizierungsprojektes (Programmbausteine) im Ergebnis des Profilings bestimmt sich in Abhängigkeit vom individuellen Förderziel und vom Unterstützungsbedarf der/des Teilnehmenden.

Die Vorhabensumsetzung in jedem Programmbaustein ist am individuellen Förderbedarf der/des Teilnehmenden unter Berücksichtigung von Vorqualifikationen, Erfahrungen, persönlichen Stärken und Problemlagen orientiert. Die individuelle Ausrichtung wird während der gesamten Programmumsetzung berücksichtigt.

Die Qualifizierungsprojekte sind je nach Förderziel auf eine nachhaltige Integration in den 1. Arbeitsmarkt oder Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit und Schaffung der Voraussetzungen für die Arbeitsmarktintegration bzw. für eine weiterführende Maßnahme ausgerichtet und enthalten einen hohen Anteil betrieblicher Praxisphasen. Auch bei Vorhaben zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit ist mindestens ein (begleitetes) Praktikum in einem Unternehmen des 1. Arbeitsmarkts zu absolvieren.

Die Durchlässigkeit zwischen den einzelnen Programmstufen und Vernetzung zu weiteren relevanten Programmen (z.B. Programme des SMS, insbesondere "Schritt für Schritt") ist gewährleistet.

Vermittlungsbemühungen des Trägers ergänzend zum gesetzlichen Auftrag der Arbeitsverwaltung sind Bestandteil der Vorhaben in den Programmbausteinen der Beruflichen Qualifizierung von Arbeitslosen, der Qualifizierung von Arbeitslosen zu einem Berufsabschluss (QAB dual und klassisch), der Umschulung zum/zur staatlich anerkannten Erzieher/-in (EZU) sowie der Individuellen Einstiegsbegleitung (IEB). Die Projektakteure arbeiten eng mit den Jobcentern/Agenturen für Arbeit zusammen.

Abb.: Bausteine der "JobPerspektive Sachsen" Quelle: SMWA

Übergreifende Ziele der Förderung

Die Förderung im Rahmen der „JobPerspektive Sachsen“ zielt darauf ab, das verfügbare Arbeitskräftepotenzial von Arbeitslosen und Langzeitarbeitslosen umfassend zu erschließen und das Qualifikationsniveau von Arbeitslosen zu erhöhen, mit dem Ziel ihre Beschäftigungschancen zu verbessern. Die Förderung soll damit einen Beitrag zur Bewältigung des demografisch bedingten Arbeits- und Fachkräftebedarfs und zur Verringerung der Langzeitarbeitslosigkeit in Sachsen leisten sowie die chancengleiche Teilhabe von Frauen und Männern auf dem Arbeitsmarkt unterstützen. Gleichzeitig soll die Förderung die soziale Integration von Langzeitarbeitslosen verbessern und den negativen psychischen und physischen Folgen von Langzeitarbeitslosigkeit entgegenwirken.

Akteure und Struktur der SMWA-Programme der "JobPerspektive Sachsen"

Die übergreifende fachliche Begleitung und Qualitätssicherung wird von einer Regiestelle umgesetzt.

Die regionale Begleitung und insbesondere die Durchführung des Profilings der Teilnehmer sowie die passgenaue Zuweisung in die entsprechenden Maßnahmen werden durch die Regionalbüros sichergestellt. 

Die Qualifizierungsprojekte werden in den jeweiligen Programmbausteinen, aufbauend auf den Ergebnissen des Profilings, von Bildungsdienstleistern durchgeführt.

Struktur Regiestelle - Regionalbüros - Bildungsdienstleister

Abb.: Akteure der "JobPerspektive Sachsen" Quelle: Eckpunktekonzept

Programmgebiet

Das Programmgebiet der "JobPerspektive Sachsen" orientiert sich an den Arbeitsagentur- bzw. Jobcenterbezirken und fasst diese in aktuell sechs Regionen zusammen:

Abb.: Programmgebiet der "JobPerspektive Sachsen" Quelle: Eigene Darstellung
 
  • Bautzen (Gebiet: Agenturbezirk Bautzen, Jobcenter Bautzen, Jobcenter Görlitz)
  • Dresden/Sächsische Schweiz-Osterzgebirge (Gebiet: Agentur für Arbeit Dresden, Jobcenter Dresden, Agenturbezirk Pirna, Jobcenter SSOE) und Meißen (Gebiet: Agenturbezirk Riesa, Jobcenter Meißen)
  • Zwickau (Gebiet: Agenturbezirk Zwickau, Jobcenter Zwickau)
  • Vogtland (Gebiet: Agenturbezirk Plauen, Jobcenter Vogtland)
  • Erzgebirgskreis (Gebiet: Agenturbezirk Annaberg-Buchholz, Jobcenter Erzgebirgskreis)
  • Chemnitz-Mittelsachsen (Gebiet: Agentur für Arbeit Chemnitz, Jobcenter Chemnitz, Agenturbezirk Freiberg, Jobcenter Mittelsachsen – ohne ehemaliger Landkreis Döbeln).

Für jede Region ist genau ein Regionalbüro zuständig. 

Aufgrund der geringen Mittelausstattung für die Region Leipzig als stärker entwickelte Region (Landesdirektionsbezirk Leipzig einschließlich des ehemaligen Landkreises Döbeln) wird die übergreifende Struktur zur Umsetzung der „JobPerspektive Sachsen“ nur im Gebiet der Landesdirektionsbezirke Dresden und Chemnitz, im Landkreis Mittelsachsen ohne den ehemaligen Landkreis Döbeln (Übergangsregion) umgesetzt.

Die Förderung in der Region Leipzig wird wegen der überdurchschnittlich hohen Arbeitslosigkeit im Rechtskreis SGB II und zur Fokussierung der Mittel auf die Programmstufen "Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit" und "Individuelle Einstiegsbegleitung" beschränkt. Das Profiling erfolgt bei den Vorhaben in der Region Leipzig im Rahmen der Einzelvorhaben.